Die wichtigsten Gründe, warum du deinen Fernseher abschaffen solltest

Ob Fernseher, Netflix oder Amazon Prime: Ich bin dafür, dass jeder von uns hin und wieder seinen Fernsehkonsum hinterfragen sollte. Warum? Weil Fernsehen uns schlichtweg nicht weiterbringt und es wertvolle Lebenszeit raubt! Und nicht nur das: Streng genommen schränkt uns Fernsehen ein, stumpft uns ab, beeinflusst uns im hohen Maße und schmälert unsere Individualität. Klingt hart? Ist es auch! Aber lies selbst …

Laut rieselt der Fernseher …

Von wegen „sanft berieseln lassen“: Wer fernsieht, lässt sich keineswegs „nur“ mit Inhalten berieseln. Jede Sendung, die du schaust, jeder Film, den du ansiehst, und jede Diskussion, die du verfolgst, hinterlässt Spuren in dir. Auch wenn wir behaupten, dass wir uns davon nichts annehmen und „nur mal gucken“ wollen, entspricht das leider nicht der Realität. Alles, was wir konsumieren (ja, auch Radio, Podcast, Musik etc., aber das würde an dieser Stelle zu weit führen), hat einen Einfluss auf uns und bewirkt etwas in uns. Und zwar etwas nicht Unerhebliches.

Es ist uns Menschen nahezu unmöglich, etwas vollständig auszublenden und an uns abprallen zu lassen. Zwar können wir noch so tough sagen, dass uns etwas kalt lässt, doch im Inneren passiert in der Regel etwas anderes. Unser Unterbewusstsein speichert alles, alles, ja, wirklich alles ab, was wir sehen, hören, erleben.

Wie soll es uns da gelingen, bewusst Informationen von unserer inneren Festplatte fernzuhalten? Wir haben keinen Knopf, mit dem wir den Speicherprozess einfach so unterbrechen oder ein für alle Mal lahmlegen könnten. Das wäre zwar unfassbar praktisch, liegt aber nun mal nicht in unserer Natur – und das hat vermutlich auch seine berechtigten Gründe.

Wenn wir uns also permanent vom Fernseher berieseln lassen, nehmen wir permanent Informationen auf. Wir sehen schreckliche Kampfszenen, erfahren, was in aller Welt passiert, lassen uns von Science-Fiction-Filmen in irreale Welten mitnehmen und fiebern innerlich mit den Kandidaten von Big Brother, Germany’s Next Topmodel, The Biggest Loser oder sonst was mit.

Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Nach und nach können wir die Realität und die Scheinwirklichkeit auf dem Bildschirm nicht mehr unterscheiden. Wir verschmelzen mit den Charakteren unserer Lieblingssendungen, verlieren die Distanz zum Gesehenen und leben in einem Zwischenuniversum. Manche Menschen identifizieren sich sogar mehr mit Schauspielern bzw. ihren Rollen als mit sich selbst und erheben nicht selten fiktive Personen zu unerreichbaren Vorbildern und inszenierte Lebensweisen zu unrealistischen Maßstäben.

Was übertrieben klingt, ereignet sich allerdings tatsächlich so, wenn auch nicht bei jedem im gleichen Ausmaß.

Fakt ist jedoch, dass uns die Gewaltszenen, die wir sehen, die Berichte über schlimme Ereignisse auf der Welt und die vielen schrecklichen Horrorstories allmählich abstumpfen lassen. „Ist ja nur ein Film!“, könnte man meinen. Aber auch Nachrichten und andere angeblich wissenswerte Informationssendungen mit negativen Inhalten bewirken, dass wir uns immer mehr an solche Dinge gewöhnen und sie ihre eigentliche Dramatik verlieren.

Entspannung durch Fernsehen – wirklich?

Hinzu kommt, dass alles, was wir sehen, unseren Geist ablenkt. Wenn wir das TV dazu nutzen wollen, um zu entspannen, tun wir im Grunde das exakte Gegenteil: Beim Fernsehen fühlen wir uns vielleicht entspannt, weil wir nicht bewusst an etwas anderes denken oder uns mit Thema XY auseinandersetzen. Unser Geist arbeitet dagegen pausenlos. Er nimmt Informationen auf, verarbeitet sie, verankert sie im Unterbewusstsein … Kurzum: Es rattert in einer Tour in uns, ohne Unterlass.

Fernsehen erweckt also möglicherweise den Anschein, dass wir dabei zur Ruhe kommen und abschalten können, die Realität sieht allerdings völlig anders aus. Selbst nachdem wir den Fernseher ausgeschaltet haben, wirkt das Gesehene noch lange nach, wenn auch nicht auf bewusster Ebene. Gucken wir also vor dem Einschlafen noch unsere Lieblingsserie oder einen spannenden Film, wird uns dieser voraussichtlich durch die Nacht begleiten, unsere Träume merklich oder unbemerkt beeinflussen und unsere Schlafqualität mindern. Denn: Hätten wir uns nicht für einen Film oder eine Serie entschieden, könnten wir in der Zeit die Geschehnisse des Tages verarbeiten, und müssten nicht noch zusätzlichen Input aus der Flimmerkiste abarbeiten.

Fernsehtabu bei Hochsensibilität?

Je nachdem, wie sensibel wir sind, bewegt uns das Gesehene sogar noch weit länger als gedacht. Wer schon einmal einen echt gruseligen, Horrorfilm oder Psychothriller gesehen hat, weiß, was ich meine: Schlaflose Nächte, permanentes Gedankenkreisen um den Film, Angstzustände usw. Menschen mit Hochsensibilität verarbeiten Reize und Informationen ganz anders und können Wahrnehmungsreize weniger gut filtern. Auf sie prallt alles ein, was im Außen geschieht, und dies wiederum hat im Innen teils krasse Auswirkungen.

Außerdem können Hochsensible sich häufig nicht so gut abgrenzen, was dazu führt, dass sie z.B. Schmerzen und Trauer auf dem Bildschirm mitfühlen, Ängste miterleben und dramatische Szenen immer und immer wieder vor ihrem geistigen Auge ablaufen sehen.

Insbesondere bei Hochsensibilität, aber auch für alle anderen ist es deshalb absolut empfehlenswert, den Fernseher entweder komplett aus dem Leben zu verbannen oder nur einige Fernsehsendungen herauszupicken, die informativ, inspirierend oder amüsant sind und den Gemütszustand nicht zu stark beeinflussen.

Wir sollten ganz gezielt entscheiden, was wir konsumieren, womit wir uns befassen und was wir aufnehmen wollen (falls möglich), um unsere Werte zu stützen, unsere Individualität zu festigen und unsere innere Freiheit zu bewahren. Minimalismus im Geiste sozusagen.
 


Mehr zum Thema Hochsensibilität findest du in der Kategorie ‚Hochsensibilität‘, mehr zum Minimalismus und Loslassen unter ‚Minimalismus‘.

 

Zeit sinnvoll nutzen: Freiheit pur

Indem wir den Fernseher abschaffen oder unseren Fernsehkonsum zumindest drastisch reduzieren, erhalten wir das beste Geschenk auf Erden:

Zeit.

Wir haben plötzlich so viel Zeit, um Dinge zu tun, die wir schon lange tun wollten. Wir können uns stattdessen in einem guten Buch lesen, ausgehen, Freunde treffen, Sport treiben oder einem anderen großartigen Hobby nachgehen, wir können endlich den Haushalt auf Vordermann bringen, den Abwasch machen, einkaufen gehen, ein ausgiebiges Bad nehmen oder einfach mal nichts tun. Denn genau das ist es, was viele von uns viel zu selten tun:

NICHTS.

Sich ganz bewusst die Zeit nehmen, um zu reflektieren und nachzudenken, einfach zu sein. Während wir das „tun“, kommen von ganz allein spannende Impulse in uns auf, sodass niemand von uns Langeweile befürchten muss. Und darin liegt meiner Meinung nach ein ganz besonderer Reiz: Viele Impulse, die aufkommen, während wir „nichts tun“, schwelen schon sehr lange in uns und wären vermutlich niemals an die Oberfläche gelangt, wenn wir uns weiterhin mit etwas beschäftigt hätten (z.B. mit dem TV) und ihnen nicht den Raum dazu gegeben hätten. Give it a try!

Feli Hoffmann Follow Your Dreams
Wie sieht dein Fernsehverhalten aus? Sitzt du viel vor dem TV oder suchst du dir gezielt Sendungen, Filme oder Serien heraus, die dich wirklich interessieren? Schreib es gerne in die Kommentare!
 
Feli Hoffmann Follow Your Dreams
 
 
 
 
 
 
 

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