Glücklich ohne Kinder – PRO Akzeptanz einer sehr persönlichen Entscheidung

30. Seit einigen Monaten bin ich 30 und habe somit die magische (oder doch verflixte?) Schwelle zu einer angeblich so andersartigen und gewichtigen Lebensphase überschritten. Als Kind dachte ich immer, dass ich mit 30 einen Mann und zwei Kinder haben und mit diesen in einem hübschen Häuschen mit Garten wohnen würde. Als Kind dachte ich aber auch, dass ich mit 30 eine große Frau mit hellblondem Pferdeschwanz sein würde. Wer mich kennt, weiß, dass ich weder groß noch hellblond bin und mein Leben auch sonst eher anders aussieht … Pläne ändern sich und Meinungen sind umstößlich – und das ist auch völlig in Ordnung!

Da dies jedoch nicht jeder so zu sehen scheint und ich immer wieder Paare beobachten konnte, die im verzwickten Dschungel der Familiengründung mit den verrücktesten Reaktionen konfrontiert wurden, folgt heute ein Post über meine persönliche Meinung, mögliche Vor- und Nachteile rund um die Entscheidung FÜR ein Leben OHNE Kinder bzw. EINE Entscheidung GEGEN ein starres Festhalten an Konventionen und FÜR einen lockeren Lebensstil.

Verliebt, verlobt, verheiratet… und dann Kinder?

Seit eh und je ist es gang und gäbe, Nachkommen zu zeugen und den Stammbaum auf diese Weise weiter zu verzweigen. War es früher noch für das Überleben der Menschheit wichtig, ist es heute prinzipiell eine „freie Entscheidung“, die unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren getroffen wird. So ist es ab einem gewissen Alter schlichtweg normal geworden, sich mit dem Thema „Familie“ auseinanderzusetzen und diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen. Überall ist die Rede von der „tickenden biologischen Uhr“, die nicht zulässt, einen solchen Entschluss lange hinauszuzögern.

Auch in meinem Umfeld ist dies nicht anders, vor allem, wenn man stark auf die (Wir erinnern uns: magische!) 30 zugeht: Menschen finden sich, ziehen zusammen, ein Großteil von ihnen heiratet und – schwupps – rückt das Thema „Kinder“ in den Fokus. Viele Freunde und Bekannten sind bereits Eltern und haben die Entscheidung für ein Kind oder sogar für mehrere Kinder getroffen.

Seitdem in unserem näheren Umfeld also – ich nenne es nun einmal so salopp – der Babyboom ausgebrochen ist, hat dies nicht nur den verstärkten Kontakt zu Babys und Kindern sowie einen tieferen Einblick in die mit dem Kinderwunsch verknüpften Aufgaben und Pflichten nach sich gezogen, sondern unweigerlich auch häufiger die Frage aufgeworfen, ob sich die anderen im Freundeskreis denn nicht auch eigene Kinder wünschten. Wenn sich die Auseinandersetzung mit einer Thematik derart häuft, denkt man doch zwangsläufig intensiver darüber nach – schließlich ist diese Entscheidung eine nicht zu vernachlässigende, weitreichende Entscheidung und definitiv eine Entscheidung fürs Leben.

Ich möchte diese Fragestellung gar nicht dramatisieren, denn viel wichtiger als die Frage nach dem „ob“ ist doch die Flexibilität und Akzeptanz der eigenen Meinung.

Egal, ob ich oder andere diese persönliche Frage nach dem Kinderwunsch mit einem klaren „Ja!“ oder „Nein!“ beantworte, darf das nicht dazu führen, abgestempelt zu werden. Ein Mensch wird schließlich nicht schlechter oder besser, nur weil er (k)eine Familie gründen möchte. Auch müssen sich Freundschaften nicht entzweien, nur weil die Meinungen hier auseinander gehen.

Pro- und Contra-Gespräch: Vorteile versus Nachteile eines Lebens ohne Kinder

Vielfach habe ich die Erfahrung gemacht, dass harte Gegensätze aufeinanderprallen, sobald der Reizpunkt ‚Familiengründung‘ angeschnitten wird. Einer Aussage wie „Nein, ich möchte keine Kinder!“ folgen wechselweise verständnisloses Schweigen und nahezu entsetzte Ausrufe à la „Was? KEINE Kinder? Aber das geht doch nicht!“ Hin und wieder wird sogar angeregt mit der Natur argumentiert „Das hat die Natur so vorgesehen!“, dann und wann wird der Sinn des Lebens mit der Geburt eigener Kinder begründet. Oh, und die Altersvorsorge nicht zu vergessen!

Liebe Leute, ist das euer Ernst? 

  • Die Natur hat so Manches vorgesehen – blickt einmal aus dem Fenster, fasst euch sofort an eure eigene Nase und erklärt mir anschließend noch einmal, dass ihr nur im Sinne der Natur handelt!?
  • Und bitte, ich werde sowas von den Teufel tun, nur Kinder in die Welt zu setzen, um mir und meinem Mann einen wohlbehüteten Lebensabend zu garantieren! Das kann und sollte nun wirklich nicht, noch nicht einmal im Entferntesten ein ausschlaggebender Punkt sein…
  • Auch muss niemand im Alter einsam sein oder sich langweilen – ich nenne nur einmal Stichworte wie ‚Mehrgenerationenhäuser‘, ‚Senioren-WG‘, ‚Reisegruppen‘, ‚Hobby-Treffen‘…….
  • Noch dazu hat JEDES Leben auch OHNE Kinder einen Sinn, und einen ganz fantastischen noch dazu! Ob Berufung, Hobby oder sonst etwas – JEDER kann etwas aus seinem Leben machen!

Glück ist nicht gleich Glück

An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich betonen, dass ich mich sehr für die jungen Eltern aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis sowie natürlich für alle anderen Eltern freue. Ich gönne euch das Familienglück von ganzem Herzen – ehrlich! Doch was mich wirklich, wirklich ärgerlich stimmt und mich einmal mehr zu einem Beitrag wie diesen bewegt hat, ist die Tatsache, dass unglaublich viele Menschen zu vergessen scheinen, dass es sich dabei um ein sehr, sehr, sehr persönliches Thema handelt, mit dem eine ebenso sehr, sehr, sehr persönliche Entscheidung verknüpft ist, die NICHT für alle gleichermaßen ausfällt.

Denn: Familienglück ist nicht mit dem Lebensglück des Einzelnen zu verwechseln!

Abweichende Lebensvorstellungen – that’s life!

Wer nun meint, dass jeder, der keinen Kinderwunsch hat, einfach nicht erwachsen werden will, sollte noch einmal tief in sich gehen … Ja, ich denke, dass viele Singles und Pärchen, die sich gegen Kinder entscheiden, die vielen Freiheiten lieben und nicht missen wollen. Ich weiß, dass es auch viele Mütter und Eltern gibt, die ganz wunderbar mit Kindern verreisen, tolle Freizeitaktivitäten unternehmen, ein wenig kindisch-verrückt bleiben, Freunde treffen und entspannt leben – allerdings ist das dennoch eine ganz andere Lebensweise!

Ehrlichkeit als Hoffnungsschimmer gegenseitiger Akzeptanz

Entgegen der so geballten Abwehrhaltung, die ich in den letzten Jahren häufig beobachtet habe, wurde ich in den vergangenen Wochen positiv überrascht, als ich eine Handvoll Gespräche mit jungen Müttern führte. Einige von ihnen waren unglaublich ehrlich und zeigten sich sehr offen gegenüber anderen Lebensplänen.

Aussagen von

Es muss ja auch nicht jeder eine Familie gründen und wenn man nichts mit Kindern anfangen kann, ist das eben so und absolut okay!“

über

„Ich kann es ehrlich verstehen, ich vermisse wirklich viel, vor allem das Spontane, und es ist alles sehr, sehr viel Arbeit!“ 

bis hin zu

„Ich mochte meine kinderlose Tante als Kind und Teenager auch viel lieber, denn sie war viel cooler und offener und hat viel tollere Sachen mit mir gemacht. Sie und ihr Mann haben echt ein super Leben und natürlich auch viel mehr Geld und Freiheiten.“

zeugen wahrlich von Ehrlichkeit und haben die Hoffnung in mir genährt, dass immer mehr Verständnis füreinander und den persönlichen Lebensweg aufgebracht wird.

Deine Ansicht, deine Meinung?

Und wie stehst du zu diesem Thema? Bist du bereits Mutter bzw. Vater oder möchtest später einmal Kinder? Oder planst du ein Leben ohne Kinder? Ich bin wirklich, wirklich gespannt auf deine Meinung!
 

 
 
Feli Hoffmann Follow Your Dreams
 
 
P.S.: Wünschst du dir Unterstützung auf deinem Weg? Möchtest du Grenzen überwinden, Hindernisse aus dem Weg räumen und limitierende Glaubenssätze auflösen? Gerne bin ich für dich da: Mein Coaching-Angebot
 
 
 
 
 
 
 
 

By |2018-08-02T15:58:11+00:00Dezember 10th, 2014|Familie 2.0, Glücklich sein - wie einfach!, Träume leben|4 Comments

4 Comments

  1. Kate 11. Januar 2015 at 17:53 - Reply

    “ Hin und wieder wird angeregt mit der Natur argumentiert “Das hat die Natur so vorgesehen!”, dann und wann wird der Sinn des Lebens mit der Geburt eigener Kinder begründet. Oh, und die Altersvorsorge nicht zu vergessen!“

    -> Sehr merkwürdige Ansichten! Man sollte sich doch dann für Kinder entscheiden, wenn man es auch wirklich möchte. Alles andere ist auch dem Kind gegenüber nicht fair.
    Ich sehe meine Tochter jedenfalls nicht als Altersvorsorge… und ich denke es gibt weniger arbeitsintensive Altersvorsorgen. 😉

    • Feli 11. Januar 2015 at 22:10 - Reply

      Hi Kate, danke für deine Meinung zu diesem so hart diskutierten Thema!
      Du hast so Recht, dass es absolut nicht fair wäre, sich nur wegen der Altersvorsorge FÜR ein Kind zu entscheiden… und natürlich auch damit, dass so etwas wie eine regelmäßige Einzahlung aufs Konto eine weitaus simplere Variante wäre… 😉
      Schön, dass du deine Tochter nicht als Altersvorsorge betrachtest – da kann sich die Kleine ja glücklich schätzen! 😀

  2. Claudia 14. April 2015 at 15:05 - Reply

    Per Zufall bin ich auf diesen Beitrag gestossen und musste schmunzeln: Der könnte glatt von mir geschrieben worden sein :-))
    Als Kind/Teenager dachte ich immer, dass ich mal zwei Kinder haben werde (zwei Mädchen). Punkt. Mir mehr Gedanken darüber gemacht hatte ich zu dem Zeitpunkt nie, da es mir damals das Normalste auf der Welt erschien eigene Kinder zu haben. Gleichzeitig blätterte ich damals schon leidenschaftlich gerne in Reisemagazinen und machte meine persönliche Top 10 meiner Lieblings-Reisedestinationen. (Meine Eltern hatten zuwenig Geld um mit uns Fernreisen zu unternehmen) Tja und dann kam meine erste lange Beziehung, (ich war damals Anfang/Mitte zwanzig). Das Thema Kinder war (bei mir) nie ein Thema, mein (damaliger) Freund fragte mich mal warum ich dieses Thema eigentlich immer verdrängen würde?? Er war wohl nicht der Richtige.
    Als ich dann mit Ende zwanzig meinen Mann kennenlernte (und ich wusste, DER ist der Richtige für mich :-)) machte ich mir das erste Mal konkrete Gedanken über das Kinderkriegen. Fazit: Zu dem Zeitpunkt hätte alles passieren können, ich war so verliebt und es war das Wichtigste für mich mit ihm zusammenzusein, egal ob mit oder ohne Kinder. Als sich der Hormonrausch wieder senkte, diskutierten wir dann sehr viel über das Kinderthema und nach langem hin und her haben wir uns für ein Leben ohne Kinder entschieden. Das erste Indiz dagegen war: Wenn wir noch lange über Pro und Contra diskutieren müssen, dann ist der Wunsch offenbar nicht sehr gross. Jemand der Kinder haben möchte, weiss das von Anfang an, dann ist dieser Wunsch im Herzen. Wir mussten es erst herausfinden. Wenn ich zuerst grübeln muss ob ich wirklich Kinder will, dann lass ich es lieber, es gibt schon genug Leute, die Kinder bekommen ohne sich vorher Gedanken zu machen, was das eigentlich heisst! Wir waren Anfang dreissig, als wir diesen Entscheid gemeinsam fällten. Ich war sehr erleichtert, dass endlich eine definitive Entscheidung gefallen war. Zugleich gab ich mir Zeit zu betrauern, dass ich nie weiss wie es sein würde schwanger zu sein oder ein Kind zu haben. Wahrscheinlich ist es für einige schwierig, dies zu verstehen. Aber als diese kurze Trauerphase vorbei war, konnte mein Leben in Freiheit endlich beginnen 🙂 Beide reisen wir leidenschaftlich gerne, manchmal sind wir ein paar Monate weg. Wir lieben beide diese Freiheit, die du so schön beschrieben hast, sehr. Von vielen hörte ich „irgendwann hast du genug von der Welt gesehen, dann willst du Kinder!“ Ich kann dazu nur sagen: Im Gegenteil! Je mehr ich von der Welt sehe, desto mehr möchte ich noch entdecken, mein ganzes Leben lang!! Mir ist die Freiheit extrem wichtig. Mittlerweile sind mein Mann und ich 40 Jahre alt und keinen Millimeter von unserer Meinung abgekommen. Mein Mann hat vor ein paar Monaten eine Vasektomie vorgenommen. Kurze Zeit vor dem Eingriff bekam ich meine Tage nicht. Ich hatte totale Panik dass ich schwanger bin. Als dann endlich, endlich meine Tage kamen war ich einfach nur glücklich und restlos erleichtert!! Das war Beweis genug, dass es für uns die richtige Entscheidung ist. In unserem Freundeskreis sind wir fast die Einzigen mit dieser Einstellung, aber unsere Lebensphilosophie wurde interessanterweise nie in Frage gestellt. Jeder macht es, wir er es für richtig hält, das schätze ich sehr. Und ich schätze auch auf diese Weise den Draht zu der jungen Generation zu haben. Meine Generation ist die Erste, die ihre Lebensphilosophie frei umsetzen kann. Früher war der Lebensweg vorgegeben mit Heiraten und Kinderkriegen. Ich bin dankbar, dass ich im Jahr 2015 frei entscheiden kann wie ich leben will; denke jedoch dass einige überfordert sind mit dieser Vielfalt an Möglichkeiten. Viele machen sich Gedanken, was andere wohl über sie denken, wenn sie dieses oder jenes tun. Und eines kann ich bestätigen: Als Kinderlose werde ich nie einsam sein 🙂 Durch meine Flexibilität pflege ich tolle und herzliche Freundschaften, wahrscheinlich intensiver als eine Mutter dafür Zeit hätte. Ich liebe mein unbeschwertes Leben, meine Freiheit, meine Unabhängigkeit, dass ich mir nie finanzielle Gedanken machen muss, dass ich spontan etwas abmachen kann, ausschlafen kann, die Liste ist endlos. Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe für die Zukunft und sage: Mach weiter so, es wird je länger je mehr Frauen mit dieser Einstellung geben. Du gehst den Weg vor, es werden immer mehr folgen…

    • Feli 15. April 2015 at 10:43 - Reply

      Hallo liebe Claudia,

      vielen, vielen Dank für deinen tollen, herzlichen und ausführlichen Kommentar! Es freut mich, dass du dich in meinem Artikel wiedererkennen konntest! Toll, dass du so zufrieden mit deiner bzw. eurer Entscheidung bist und dich so mutig gegen alle negativen oder ungläubigen Reaktionen gewehrt hast! Die enorme Flexibilität und intensive Pflege von Freundschaften, die du genannt hast, ist mir auch unglaublich wichtig und ich höre immer wieder von jungen Müttern, dass sie genau dies sehr, sehr vermissen („Meine Kontakte beschränken sich aktuell auf Kita-Mütter und Sandkasten-Mamis…“ oder „Oh, das würd ich auch mal gern wieder…“).

      Ich wünsche dir alles, alles Gute für deine Zukunft und ganz viel Freude beim Reisen, Weltentdecken und flexiblen Leben zu zweit! 🙂

      Viele Grüße, Feli

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