Es gibt unzählige Ratgeber zum Thema Aufräumen, Putzen, Entrümpeln, Ballast loswerden, Unordnung vermeiden, Ordnung schaffen etc. pp. Doch nicht jeder greift genau dort, wo es drauf ankommt: an der Ursache des Ganzen oder – wie ich so gern spaßeshalber sage – des Pudels Kern. Wer immer nur widerwillig aufräumt, ohne zu verstehen, warum es ihm so widerstrebt, wird langfristig nicht am Ball bleiben und keine wirkliche Motivation zum Aufräumen, Putzen und Ordnung halten verspüren.

Ich bin der Meinung, dass jeder seinem inneren Pudel auf die Schliche kommen und Aufräumen & Co. ab sofort in eine angenehme Tätigkeit verwandeln kann. Warum ich das glaube? Weil ich selbst erfahren habe, wie einfach es sein kann! Aber immer schön der Reihe nach. Lies selbst, was hinter deiner Abneigung gegenüber dem Aufräumen, Putzen und Ordnung halten steckt und was du dagegen tun kannst.

Das liebe Aufräumen: Vom „Kindheitstrauma“ & negativen Glaubenssätzen

Ich weiß, ich weiß. Aufräumen, Putzen und Ordnung halten ist nicht jedermanns Sache. Muss es aber auch gar nicht sein. Selbst wenn ich es inzwischen liebe, Dinge an ihren Platz zurückzubringen und einigermaßen Ordnung zu halten, weiß ich, dass es nicht für jeden so einfach und erfüllend ist. Ich selbst habe lange einigermaßen negative Erinnerungen aus meiner Kindheit mit dem Thema Aufräumen, Saubermachen und Ordnung halten verknüpft:
 

  • Du darfst erst rausgehen, wenn du dein Zimmer aufgeräumt hast!
  • Hier sieht’s aus wie bei Hempels unterm Sofa!
  • Das brauchst du doch nicht mehr. Komm, wir schmeißen es einfach weg! … (NEIIIIIIIIIN!)
  • *TOCK**TOCK**TOCK**POLTER**POLTER**ZISCH**POLTER**TOCK** … Wirklich JEDES Staubsaugergeräusch hat mir jahrelang Gänsehaut und einen panischen Blick beschert …

 
Ich bin mir sicher, dass du das ebenso gut kennst wie ich. Doch da wir ja nicht an der Vergangenheit kleben wollen, sondern etwas für unser Leben im Hier und Jetzt daraus lernen wollen, sollten wir uns diese und ähnliche Verknüpfungen einmal genauer anschauen und überlegen, was sie noch heute mit uns machen. Ja, machen. Denn meist handelt es sich bei solchen Erinnerungen nicht einfach nur um simple Bilder, an die wir uns zurückerinnern können, sondern handfeste Glaubenssätze, in die wir sie, ohne es zu wissen, verwandelt haben und die wir noch heute meist unbewusst mit uns herumtragen.

Deshalb gilt zuerst: Überlegen wir doch einmal, WARUM uns das Aufräumen so schwerfällt bzw. WARUM wir es so nervig finden? Schwingt da vielleicht noch etwas von früher mit? Auseinandersetzungen mit den Eltern, Streit, Hausarrest oder Ähnliches? Und warum schleppen wir all den Ballast, den wir in unseren vier Wänden anhäufen, eigentlich WIRKLICH mit uns herum? Wollen wir oder können wir uns nicht davon lösen? Und warum denn eigentlich nicht?

Fragen über Fragen. Aber es gibt auch Antworten!

Ich kann dir an dieser Stelle keine allgemeingültige Antwort darauf geben, was bei dir hinter deiner Abneigung gegen das Aufräumen, Ordnung halten, Entrümpeln & Co steckt. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder, der sich diese und ähnliche Fragen einmal bewusst stellt und sich außerdem erlaubt, sich selbst eine ehrliche Antwort darauf zu geben, schnell eine Art Muster erkennt oder sich an etwas zurückerinnert, das er auf negative Weise mit den Tätigkeiten verknüpft. Und da Bewusstsein bekanntermaßen der erste Schritt zur Veränderung ist, kann dieser Schritt ein wahrer Augenöffner sein. Wichtig ist dabei, dass du dir bewusst machst, dass du heute lebst und dein Leben heute nichts mehr mit deiner Vergangenheit zu tun hat. Du brauchst diese Reaktion also heute in der Regel nicht mehr, du darfst dich davon lösen und sie durch eine neue Reaktion ersetzen bzw. mit etwas Schönem verknüpfen.

Lösungsorientiert statt problemorientiert handeln: Switch deine Emotionen!

So weit, so gut, Problem erkannt, hinterfragt und bewusst gemacht. Vorgang abgeschlossen. Aber wie um alles in der Welt kannst du das Dilemma jetzt genau lösen und dich beim Aufräumen in einen positiven Zustand versetzen bzw. dich überhaupt erst zum Anfangen motivieren?

Ganz einfach: Dreh den Spieß um!

Hm? Spieß umdrehen? Sollst du jetzt das Chaos walten lassen und warten, dass sich das Aufräumen von alleine erledigt? Natürlich nicht.

Denk doch mal darüber nach, warum du das Aufräumen so elendig fandest bzw. ihm eine so negative Bewertung untergejubelt hast. Na? Genau, weil du damit unschöne Erinnerungen bzw. Erlebnisse aus der Vergangenheit verknüpft hast. Was wäre also das Gegenteil davon? Genau: Schaffe neue, schöne Erfahrungen und positive Erlebnisse beim Putzen, Aufräumen und Ordnung halten! Fang an, das Aufräumen zu zelebrieren und zu feiern und ab sofort Spaß daran zu haben!

Okay, okay. Das klingt ein wenig verrückt, das ist mir bewusst. Aber weißt du was? Es ist gar nicht so verrückt, wie es beim ersten Lesen „klingt“!

Wie wäre es, wenn du beim Aufräumen oder Putzen …

  • deine Lieblingsserie laufen lässt
  • ein Hörbuch hörst
  • einem Podcast lauschst und dich inspirieren lässt (Wie wär’s mit meinem? Glücksprojekt 🙂 )
  • deine Lieblingsmusik voll aufdrehst und dich tanzend durch die Wohnung schwingst
  • mit einer guten Freundin, deinem Partner oder deiner Omi telefonierst, die du eh schon lange mal anrufen wolltest (Bluetooth Headsets sind hier natürlich Gold wert! 🙂 )

Der Gedanke, der dahintersteckt, ist folgender: Wenn wir bislang ungeliebte Tätigkeiten, die wir bisher mit negativen Gedanken und Gefühlen verknüpft haben, ab sofort mit etwas Positivem und schönen Gedanken und Gefühlen in Verbindung bringen, sinkt die Hemmschwelle und es fällt uns deutlich leichter, uns dazu zu motivieren. Wir bauen uns also ein neues positives Mindset auf, was sogar dazu führen kann, dass wir tatsächlich echte Freude daran entwickeln – das ist doch ehrlich verrückt, oder?

Mein Buchtipp zum Thema Aufräumen & Ausmisten

Das Buch ‚Magic Cleaning‘ von Marie Kondo ist einfach raffiniert. Indem wir nach der ebenso simplen wie effektiven KonMari-Methode aufräumen und ausmisten, bringen wir nicht nur Ordnung in unsere eigenen vier Wände, sondern auch in unser gesamtes Leben, unser Denken und unsere Persönlichkeit.

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Du bist dran: Probier es aus!

Jetzt weißt du, was du zu tun hast, wenn du dich von deiner Aufräum- bzw. Ordnungsabneigung befreien willst. Überlege dir, auf welche Weise du die Tätigkeit aufwerten und für dich angenehmer gestalten kannst, und leg einfach los. Los geht’s, Ausreden gelten nicht!

Ich bin ganz gespannt auf deine Erfahrungen – schreib sie mir gerne hier in die Kommentare!

Liebe Grüße und natürlich viel Spaß beim Aufräumen!
 

 
Feli Hoffmann Follow Your Dreams