Scanner-Persönlichkeit: Vom Fluch & Segen der 1000 Talente, Interessen & Ideen

Unzählige Interessen, 1000 Talente, viele Projekte und Ideen – so oder so ähnlich könnte die Kurzbeschreibung eines Scanners lauten. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter dem Begriff ‚Scanner-Persönlichkeit‘? Was zeichnet diesen Typ Mensch aus, wo liegen seine Stärken und möglicherweise auch seine Schwächen? Welche Vorteile hat ein Scanner und mit welchen Herausforderungen hat er zu kämpfen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich dieser Artikel. Viel Spaß beim Lesen – und möglicherweise Wiedererkennen!

Scanner-Persönlichkeit: Was ist das überhaupt?

Scanner sind Menschen, die am liebsten alles machen, entweder gleichzeitig oder nacheinander. Sie interessieren sich für scheinbar nicht zusammenhängende Dinge, probieren heute dieses und morgen jenes aus, wechseln möglicherweise sogar ihren Job in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen und sorgen durch ihr vielfältiges Leben dafür, dass ihnen selbst und anderen allein beim Zusehen völlig schwindelig wird. Sie haben so viele Interessen, Ideen und Projektentwürfe, dass sie manchmal gar nicht wissen, wohin damit.

Erstmals geprägt wurde der Begriff der Scanner-Persönlichkeit von der US-amerikanischen Autorin Barbara Sher, die auch unglaublich wertvolle Bücher zu dem Thema geschrieben hat (siehe unten). Sher, selbst begeisterte Scannerin, beschreibt die Scanner-Persönlichkeit folgendermaßen:

Scanner …

  • … sind neugierig, offen für Neues und haben unzählige Interessen.
  • … arbeiten sich gerne und schnell in neue Themengebiete ein.
  • … haben eine schnelle Auffassungsgabe.
  • … scheinen oftmals rastlos, immer auf der Suche nach Neuem, nach ihrem Lebenssinn oder ihrer wahren Leidenschaft.
  • … wollen Dinge begreifen, verstehen und ergründen, bevor sie sich möglicherweise wieder etwas völlig anderem widmen.
  • … wechseln ihre Hobbys, Jobs und Interessen immer wieder bzw. pflegen mehrere Hobbys parallel oder arbeiten gleichzeitig in mehreren Jobfeldern.

 
Eine ganze Menge, nicht wahr?

Kein Wunder, dass der Scanner-Typ von außen oftmals als unbeständige und wankelmütige Person wahrgenommen wird, die nichts zu Ende bringt und sich einfach nicht auf eine Sache festlegen kann bzw. will. Schließlich wird uns ja immer eingetrichtert, dass wir schön brav alles durchziehen und zu Ende machen sollen, um Erfolg zu haben und etwas im Leben zu erreichen.

Daher kommt es auch, dass Scanner sich oftmals „falsch“ fühlen, vor allem dann, wenn sie (noch) gar nicht wissen, dass sie sogenannte Scanner sind. Sie fühlen, dass sie anders sind als andere, und wissen nicht, wohin mit sich. Sie denken, sie müssen so sein wie „alle“, und versuchen sich teils zwanghaft anzupassen, ins System zu pressen. Dass das nicht dauerhaft gutgehen kann, liegt auf der Hand. Wer derart vielfältig, vielbegabt und vielinteressiert ist, passt einfach nicht in ein herkömmliches System, in den Standard.

Und das ist auch gut so!

Denn Scanner sind keineswegs falsch oder auf negative Weise anders, sondern stellen eine unglaubliche Bereicherung für ihr Umfeld und die ganze Welt dar – vorausgesetzt, sie erkennen sich selbst und ihre Persönlichkeit als etwas Besonderes an, lernen ihre Talente und Stärken zu verstehen und für sich zu nutzen.

Selbstakzeptanz als Schlüssel zu Erfüllung und Erfolg

Wer sich selbst als Scanner annimmt, akzeptiert und seinen Blick auf die vielen Vorteile, Chancen und Möglichkeiten lenkt, die sich aus der Scanner-Persönlichkeit ergeben können, kann wahrhaft große Dinge bewirken, ein rundum erfülltes Leben führen und immer wieder beeindruckende Erfolge feiern. Dabei spielt es keine Rolle, ob die „Allgemeinheit“ die Lebens- und Arbeitsweise eines Scanners nachvollziehen und begreifen kann – Hauptsache ist, er selbst ist zufrieden und bewertet sein Leben als persönlich wertvoll. Wenn dies gegeben ist, kann er darauf pfeifen, was andere sagen, und selbstbewusst sein Ding machen (solange es niemand anderem schadet natürlich!).

Selbstmanagement, Struktur und Fokussierung

Bei all der Begeisterung und Leidenschaft kann es schnell mal passieren, dass Scanner das große Ganze aus den Augen verlieren. Was wollte ich noch gleich? Worum ging es hier noch mal? Und wie verdiene ich mit all dem überhaupt mein Geld? (…) Daher ist es wichtig, sein Scanner-Dasein zu organisieren. Das bedeutet keinerlei Zwang, sondern bietet lediglich ein wenig mehr Orientierung und bringt ein bisschen Struktur ins vielfältige Scanner-Leben. Barbara Sher schlägt beispielsweise vor, sich ein sogenanntes Projektbuch anzuschaffen, in das alle Projekte, Ideen und Pläne geschrieben werden, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

Hilfreich kann es außerdem sein, (zumindest zeitweise) einen Fokus zu setzen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass man sich erstmal ein paar Monate lang konzentriert Projekt A widmet und es mit vollem Engagement und Einsatz vorantreibt, bevor zu Projekt B gewechselt wird – und so weiter. Scanner, die es bevorzugen, gleichzeitig mehrere Projekte zu bearbeiten, sollten sich überlegen, wie viele Projekte sie maximal zur gleichen Zeit zielführend bzw. bereichernd bedienen können. Hier kann es helfen, sich auf eine Handvoll Projekte zu fokussieren und beispielsweise nicht mehr als 3-5 Projekte gleichzeitig umzusetzen.

Berufe und Jobs für Scanner

Aus den Wesenszügen und der Vielfältigkeit eines Scanners lässt sich bereits ableiten, dass es nicht immer leicht ist, DEN passenden Job für einen Scanner zu finden. Meiner Meinung nach kann es im herkömmlichen Berufsbereich auch gar nicht DEN perfekten Job geben, da sich dort niemals alle Interessen unter einen Hut bringen lassen. Viel erfüllender kann es daher sein, sich seinen eigenen Job zu kreieren.

Was ich damit meine?

Ganz einfach: Statt sich einem klassischen Beruf wie „Arzt“, „Architekt“ oder „Bankkaufmann“ zuzuordnen und zu verschreiben, ist es sinnvoller, einen sogenannten „Schirmberuf“ zu wählen. Das kann zum Beispiel „Berater“, „Coach“ oder „Trainer“ sein, unter dem sich diverse Tätigkeiten, Interessen und Talente vereinen lassen – egal, ob in der Festanstellung oder in der Selbstständigkeit.

Damit dieser Beruf auch tatsächlich erfüllend ist bzw. der persönlichen Berufung entspricht, ist es wichtig, seinen eigenen „Leitfaden“, seinen inneren Antrieb und gewissermaßen seine persönliche Lebensaufgabe zu kennen.

Frage dich:

  • Gibt es etwas, das dich schon immer fasziniert hat?
  • Was macht dich wirklich glücklich?
  • Wobei fühlst du dich immer wohl?
  • Mit welchen Menschen arbeitest du gern zusammen?
  • Wie sieht dein idealer Arbeitstag aus?
  • Was beinhaltet ein Tag, den du durchweg als positiv bewertest?

 
Fällt dir etwas auf? Erkennst du einen roten Faden? Dann schnapp ihn dir und denk einmal darüber nach, wie du daraus einen „Schirm“ für deine vielfältigen Interessen, Talente und Leidenschaften spinnen kannst.

Eine andere Möglichkeit, seine ganz persönliche Erfüllung zu finden und seine Vielbegabung auszuleben, besteht laut Barbara Sher darin, sich einen „angenehmen“ Job zu suchen, der das Grundeinkommen sichert und genügend Zeit lässt, um sich in seiner Freizeit seinen vielen anderen Interessen und Projekten zu widmen.

Welche der beiden Varianten dich glücklicher macht, kannst nur du allein entscheiden.

Denke immer daran:

Nichts ist für die Ewigkeit! Keine Entscheidung ist in Stein gemeißelt und du hast immer eine Wahl, dich weiterzuentwickeln, die Seite zu wechseln und etwas Neues zu beginnen!

Meine Buchtipps für Scanner-Persönlichkeiten


Hast du dich wiedererkannt? Bist du auch ein sogenannter Scanner? Wenn ja, wie gehst du im Alltag mit deiner Vielfältigkeit um? Wie bündelst du all deine Interessen und was tust du, um sowohl dir als auch deinem Umfeld gerecht zu werden? Schreib es gerne in die Kommentare, ich bin sehr gespannt!

 
Feli Hoffmann Follow Your Dreams
 
 
 

Feli

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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