Hochsensibel durch den Tag: 6 Tipps für einen entspannten Alltag mit Hochsensibilität

Wer hochsensibel ist, nimmt Dinge intensiver und lauter wahr, kann Reize nicht so gut filtern und fühlt sich schnell überfordert – von sich selbst, seiner Umwelt und den täglichen Anforderungen. Was du selbst tun kannst, um dich bei Hochsensibilität vor Reizüberflutung zu schützen, verraten dir die 6 Alltags-Tipps für hochsensible Menschen. Viel Spaß beim Lesen!

Hochsensibilität verdient Beachtung – und Zuwendung!

Auch wenn ich grundsätzlich davon abrate, Hochsensibilität mit einer Opferrolle gleichzusetzen, möchte ich jeden hochsensiblen Menschen dazu ermuntern, sich mit seiner „Besonderheit“ auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch, die besten Tipps für den Umgang mit seiner Hochsensibilität herauszufinden und am besten auch eigene Strategien zu entwickeln, die sich positiv auf den Alltag auswirken.

Welche Tipps und Tricks sich für mich bewährt haben und wie ich selbst mit meiner Hochsensibilität im Alltag umgehe, liest du in den folgenden Tipps.

1.) Schlaf, Schlaf und nochmals Schlaf

Ja, ich weiß, das klingt ziemlich langweilig. Während ich früher die leibhaftige Nachteule war, meine Eltern mit meiner Nachtaktivität an ihre Grenzen getrieben und bis tief in die Nacht (oder bis zum nächsten Morgen) gearbeitet, gespielt, gewerkelt, gefeiert, gequatscht und Vieles mehr habe, durfte ich mittlerweile erkennen, dass mich das völlig fertig macht.

Der Spruch „Schlafen können wir, wenn wir tot sind.“ trifft auf den Großteil von uns hochsensiblen Menschen nicht zu – uns würde zu wenig Schlaf wohl eher viel zu früh unter die Erde befördern, aber lassen wir das … 🙂

Was ich früher selbst nicht glauben wollte, ist tatsächlich wahr: Schlaf ist unendlich wichtig, um Dinge zu verarbeiten, sich zu regenerieren und seine Energiereserven aufzufüllen. Und da gerade wir hochsensiblen Menschen jeden Tag unzählige Dinge wahrnehmen, mit unzähligen Reizen konfrontiert und unzählige Emotionen in uns ausgelöst werden, liegt es auf der Hand, dass wir oftmals mehr Schlaf brauchen als andere.

Inzwischen lasse ich daher andere um die Häuser ziehen, wenn sie um die Häuser ziehen wollen, und gönne mir genau die Portion Schlaf, die ich brauche. Dafür freue ich mich am nächsten Morgen, dass ich frisch und munter in den Tag starten und alles in Angriff nehmen kann, was ich möchte – während die anderen noch tief in den Laken vergraben sind und sich möglicherweise sogar mit einem Kater quälen …

Siehst du, dass alles seine Vorteile hat?

Wie viel Schlaf du brauchst, kannst du ganz einfach herausfinden, indem du deine Schlafdauer ein bisschen variierst. Manche brauchen 6-7 Stunden Schlaf, andere mindestens 8-9, wieder andere noch mehr. Sobald du dir erlaubst, so viel zu schlafen, wie du tatsächlich brauchst, wird dein Körper sich vermutlich ganz von allein auf die für dich optimale Schlafdauer einpendeln – und das kann auch je nach den Ereignissen am Tag mal mehr, mal weniger sein.

2.) Wohlfühlkleidung wählen und wirklich wohlfühlen

Ganz ehrlich, für mich gibt es nichts Schlimmeres, als einengende, unbequeme, zwickende und zwackende Kleidung. Da kann der Tag noch so gut sein, sobald das Engegefühl auf der Haut zu groß wird, wird mir alles zu viel und ich kann förmlich spüren, wie meine Haut sich dagegen wehrt.

Deshalb gilt für mich: Wohlfühlkleidung statt einengende Billig- oder Trendklamotten.

Als hochsensible Person achte ich deshalb sehr darauf, woraus meine Kleidung besteht, wie sie sich auf meiner Haut anfühlt und ob sie schubbelnde Nähte oder sonst etwas Störendes aufweist. Wenn ich merke, dass mich etwas mehrmals kratzt oder piekst, wird es verschenkt oder gespendet – da kenn ich kein Pardon mehr. (Lies hierzu auch gerne meine Beiträge zum Thema ‚Magic Cleaning‘ und ‚Minimalismus‘).

Achte mal beim nächsten Shopping-Bummel darauf, wie sich die Kleidung auf deiner Haut anfühlt, und nicht nur darauf, ob sie gut aussieht und dir steht. Denn selbst das bestgeschnittenste Teil, das deiner Figur super schmeichelt, kann es nicht aufwiegen, wenn du dich unwohl darin fühlst!

3.) Halb-feste Routinen integrieren

Gerade für Hochsensible stellt der „normale“ Alltag mit den vielen Terminen und Verpflichtungen oftmals eine Herausforderung dar, vor allem im Angestelltenverhältnis. Da läuft nicht immer alles so, wie man es sich wünscht und wie es den eigenen Bedürfnissen entspricht. Wenn du dagegen so wie ich selbstständig arbeitest, kannst du deinen Alltag viel besser an deine Bedürfnisse anpassen und flexibel reagieren – ein unglaubliches Geschenk, das ich nicht mehr missen möchte.

Doch egal, ob selbstständig oder nicht, mit einer gesunden Portion „halb-fester Routinen“ bringt du eine lockere Struktur in deinen Alltag, die dir Sicherheit und Orientierung gibt – auch wenn’s mal wieder drunter und drüber geht.

Dabei geht es nicht darum, deinen Alltag von A bis Z durchzustrukturieren, sondern kleine Fixpunkte zu setzen, an denen du dich orientieren kannst. Hier kann es schon reichen, immer zur gleichen Uhrzeit aufzustehen und zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, einen kleinen Spaziergang nach dem Mittagessen zu machen und/oder eine Mahlzeit zu einer festen Zeit einzuplanen. Ganz wichtig ist außerdem die ‚Me-Time‘, also Zeit für dich. Diese Zeit solltest du jeden Tag fest für dich einplanen, ganz gleich zu welcher Uhrzeit. So gönnst du dir den Rückzug, den du brauchst, um zu reflektieren, zu entspannen und zu verarbeiten, um runterzukommen und wieder zu dir selbst zu finden.

Überleg einmal selbst, was dir gut tun und gefallen würde! In welchem Bereich wünschst du dir mehr Struktur? Worauf möchtest du dich jeden Tag freuen? Was auch immer sich für dich gut anfühlt, gibt dir die Orientierung und Sicherheit, die du brauchst!

4.) Handy und Social Media? Aber bitte nicht ständig!

Wie ich auch schon in den 15 Entspannungstipps geschrieben habe, ist der Umgang mit dem Handy allgemein und insbesondere Social Media ein echter Zeit- und Nervenfresser.

Versuch einmal, dein Handy vor dem Schlafengehen wegzulegen und erst nach dem Frühstück oder noch später einzuschalten!

Falls du jetzt denkst, dass du dann alles Wichtige verpasst, darf ich dich beruhigen: Du verpasst in der Regel gar nichts!

Ganz im Gegenteil: Du tust dir selbst etwas Gutes und gönnst dir und deinem Körper die Ruhe, die ihr verdient habt. Und wenn du ausgeschlafen und absolut bei dir bist, kannst du außerdem viel besonnener und reflektierter auf Nachrichten reagieren, deine Social-Media-Accounts durchstöbern oder dein E-Mail-Postfach bearbeiten.

Sinnvoll können auch feste Handyzeiten sein, je nachdem, wie häufig du wirklich zum Handy greifen und wie erreichbar du sein musst.

Probier’s mal aus!

5.) Aktive Pausen, Bewegung an der frischen Luft

Pausen sind für jeden Menschen wichtig, nicht nur für Hochsensible. Doch insbesondere bei Hochsensibilität ist es sinnvoll, sich immer wieder bewusste Pausen zu gönnen, sich zurückzunehmen und den Kopf frei für Neues zu machen. Dazu bietet sich ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder zumindest ein kleiner Rundgang durchs Büro oder die Wohnung an, währenddessen du die Fenster aufreißt, frische Luft hereinlässt und tief durchatmest. Nimm den Sauerstoff auf, lass das Grübeln für eine Weile sein und lass deinen Gedanken freien Lauf. Beobachte sie, wenn du magst, ohne sie zu bewerten – fast so wie beim Meditieren.

Du wirst sehen, dass du dich anschließend viel frischer und ausgeruhter fühlst!

6.) Ein Termin, ein Treffen, eine Aktivität – danach ist Pause

Natürlich lässt es der Alltag nicht immer zu, aber wenn du die Möglichkeit hast, empfehle ich dir, pro Tag maximal einen festen Termin einzuplanen. Ich kenne es selbst, dass ich von einem Termin zum nächsten hetze, von A nach B fahre und mich am Abend völlig kusselig und aufgewühlt wiederfinde. Überraschenderweise hat es auf mich den gleichen Effekt, wenn ich mich währenddessen weder gehetzt noch gestresst fühle. Das Resultat bleibt das Gleiche, was zu viel ist, ist zu viel.

Seitdem ich das für mich erkannt habe, vereinbare ich nach Möglichkeit nur noch einen Termin, treffe mich nur mit einer Person/Gruppe oder nehme an einer Aktivität teil und plane danach eine bewusste Pause ein.

So habe ich genug Zeit, um mich zu sammeln, die vielen Eindrücke zu verarbeiten und wieder bei mir anzukommen. Außerdem kann ich so den Menschen, die ich treffe oder mit denen ich zu tun habe, viel besser gerecht werden, wenn ich ausgeruht und voller Energie bin. Sollte ich anschließend doch noch mehr Power für eine weitere Aktivität haben, umso besser – spontan ist doch fast alles noch viel schöner! Und wenn nicht, dann eben nicht – so war’s ja auch geplant, also vermisse ich nichts.

Na, wie klingt das für dich?


 
Feli Hoffmann Follow Your Dreams
Wie gehst du mit deiner Hochsensibilität im Alltag um? Hast du bestimmte Tipps und Tricks, die du mit uns teilen möchtest? Oder kennst du jemanden, der hochsensibel ist und ganz offen auf sich und seine Bedürfnisse Rücksicht nimmt? Schreib es gerne in die Kommentare!

Feli

 
 
P.S.: Meine allgemeinen Entspannungstipps findest du hier:

 
 
 
 
 
 
 

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