Weltenbummler & digitale Nomaden: Drückeberger deluxe?!

Wie bei so vielen Dingen gibt es auch beim Reisen zwei Seiten der Medaille – vor allem, wenn man als Dauerreisender und digitaler Nomade unterwegs ist. Während dieser Lebensstil für die einen pure Freiheit verkörpert, sehen viele andere Menschen nur die negativen Aspekte daran. Sie sind der Meinung, dass viele Weltenbummler vor allem davonlaufen, und zwar immer wieder aufs Neue.

Doch ist das wirklich so? Gehören wir wirklich zu der Drückeberger-Fraktion? Sind wir süchtig nach einem Lebensstil, der anderen wie purer Dauerurlaub erscheint? Und wollen wir schlichtweg die Verantwortung für alles und noch viel mehr abgeben? Hintergründe, Meinung und Gedanken einer Weltenbummlerin.

„Ihr lauft doch nur vor euch selbst weg!“ – „Ach ja?!“

Schauen wir uns doch einmal an, was man uns Dauerreisenden und digitalen Nomaden des Öfteren so vorwirft:

  • Sie laufen vor alltäglichen Verpflichtungen und Schwierigkeiten davon.
  • Sie haben keine guten soziale Kontakte und nur ganz wenige Freunde.
  • Sie haben Bindungsängste oder Schwierigkeiten, „ehrliche“ Beziehungen aufrechtzuerhalten.
  • Sie haben alle persönliche Probleme, können dem Blick in den Spiegel kaum standhalten.
  • Sie sind unzuverlässig, sprunghaft und können sich nicht dauerhaft mit etwas arrangieren.
  • Sie liegen den ganzen Tag in einer Hängematte im kühlen Schatten der Palmen oder lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen.
  • Sie sind so unbeständig und unersättlich, dass wir nicht dauerhaft den gleichen Job ausüben können.
  • Sie arbeiten „irgendwas mit Facebook“ und verdienen mit Surfen unser Geld.
  • Sie sind genusssüchtig, luxusverwöhnt und leben in goldglänzendem Überschwang.
  • Sie mutieren nach und nach zu ihrer ganz persönlichen Hippie-Spezies und vernachlässigen ihr Äußeres.
  • Sie nehmen die Probleme und Schwierigkeiten anderer nicht ernst.
  • Sie wollen sich dem echten Leben nicht stellen und haben Angst vor Verantwortung.
  • Sie machen einfach, was sie wollen.
  • Sie sind vom normalen Leben überfordert und haben sich deswegen auf die Flucht begeben.
  • Sie sind mit nichts zufrieden und wollen immer mehr, mehr, mehr.
  • Sie vereinsamen, weil sie ja immer nur allein oder zu zweit reisen und keine sozialen Kontakte pflegen.
  • Sie haben Geld en masse und werfen damit um sich – wie sonst könnten sie sich Flüge, Unterkünfte etc. pp. an den Traumzielen schlechthin leisten?
  • Sie versuchen, auf ihren Fotos und Bildern so glücklich wie möglich auszusehen, damit alle anderen neidisch werden.

Nun, so weit, so gut. Ist doch ein hübscher bunter Meinungsstrauß, nicht wahr? 😀 Würden wir nun aber mal ein paar waschechte digitale Nomaden oder Dauerreisende fragen, die die Welt bereisen und unterwegs als Freelancer, mit ihrem eigenen Online-Business oder als Remote Worker ihr Geld verdienen, würde die Liste vermutlich ganz, ganz anders aussehen.

„Wir laufen nur davon? Hahaha, tell me more!“

In etwa solche Antworten würden wir dann erhalten:

  • Wir brauchen keinen festen Wohnsitz und nicht viel Besitz, um glücklich zu sein. Im Gegenteil: Wenig zu besitzen, macht uns viel glücklicher und eröffnet uns die Möglichkeit, uns auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. (siehe auch den Beitrag „Minimalismus?! Echt jetzt?! Warum weniger Besitz so unglaublich glücklich macht“)
  • Das Reisen bedeutet für uns maximale Freiheit, unvergleichliche Flexibilität und wahnsinnige Möglichkeiten – kein Job und kein Wohnort der Welt könnte uns das je bieten.
  • Wir übernehmen eine riesige Verantwortung – für uns selbst, für unser Business/unseren Job, für potenzielle Mitreisende, für Daheimgebliebene und und und …
  • Wir haben genug Geld, um uns zu finanzieren und unsere Träume zu leben, haben aber auch hart dafür gearbeitet.
  • Wir lieben unsere Arbeit, weil wir genau das arbeiten, was wir lieben. So können wir einer unglaublich vielfältigen Tätigkeit nachgehen, absolut selbstbestimmt arbeiten und andere Menschen mit unserer Arbeit inspirieren.
  • Wir können unseren Tag gestalten, wie wir wollen – aber die Arbeit kommt dabei niemals zu kurz. Oft arbeiten wir auch bis spät abends und am Wochenende sowieso.
  • Wir haben die besten Freunde der Welt, denn auch wenn wir unterwegs sind, können wir uns jederzeit auf sie verlassen. Wir pflegen unsere Freundschaften, egal wo wir sind, und knüpfen immer wieder neue Kontakte.
  • Wir lieben es, weltweit Gleichgesinnte zu treffen, mit ihnen zu arbeiten, um die Häuser zu ziehen, sich auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren.
  • Wir leben und arbeiten an den Traumzielen dieser Welt und lassen uns davon immer wieder neu inspirieren – so können wir zu Höchstleistungen auflaufen, verlieren dabei aber niemals den Blick für das Wesentliche aus den Augen.
  • Haus, Familie, Karriere … Entweder ist das (jetzt) (noch) nicht wichtig für uns, wir verschieben es auf später oder arrangieren unseren Lebensstil mit all unseren Wünschen – alles kann, nichts muss!

Und dennoch:

Auch bei uns ist nicht immer alles rosarot und tausendschön! Auch wir haben manchmal Heimweh (was auch immer das „Heim“ für den Einzelnen verkörpern mag), vermissen unsere Lieben zu Hause, sind traurig, dass wir bei wichtigen Ereignissen von Familie, Freunden und Bekannten nicht persönlich dabei sein können, fühlen uns hin- und hergerissen zwischen Tradition und Eigensinn, haben Existenzängste und wissen nicht weiter.

Und trotzdem bleiben wir am Ball, leben unser Leben, blicken nach vorne und tun das, was uns glücklich macht – auch wenn wir dabei gegen die Standard-Meinung anderer anrennen müssen.

Denn unser Motto lautet ganz klar:

„Do more of what makes you happy!“

Perspektivenwechsel, bitteschön: 1 Reisender, 1.000 Sichtweisen

Na, habe ich zu viel versprochen? Ich denke nicht! Sieht man sich die Gedanken und Ansichten eines Weltenbummlers, Dauerreisenden oder digitalen Nomaden an, wird eine ganz andere Sichtweise deutlich!

An dieser Stelle möchte ich daher einmal mehr betonen, wie wichtig es ist, BEIDE SEITEN einer Situation oder auch Lebensweise zu betrachten und einen Blick HINTER die Kulissen zu werfen. Ein Perspektivenwechsel tut niemandem weh, kann aber unnötigen Missverständnissen vorbeugen und mit ungerechtfertigten Vorurteilen aufräumen.

Was meint ihr dazu?

Ich bin mal wieder gaaaaanz neugierig:

Habt ihr euch bei einem Punkt ertappt gefühlt? Hattet ihr vielleicht ähnliche Vorurteile? Seid ihr selbst als Dauerreisende unterwegs und wurdet schon das eine oder andere Mal mit ähnlichen Voreingenommenheiten oder Vorurteilen konfrontiert?

Schreibt es mir und uns allen in die Kommentare – ich bin super gespannt!
 
 
Feli Follow Your Dreams Coaching
 
 

2 Comments

  • Tine 2017 Mai 23 / 11:19

    Liebe Feli,

    ich stöbere nun auf Deiner Seite und das digitale Nomadenarbeiten interessiert mich sehr, obwohl… ich bin nicht ü30, nicht ü40, sondern ab Oktober ü50… 🙂
    Meine Kids sind in 2 Jahren beide aus dem Haus und ich möchte der neuen Welle in irgendener Form folgen, sehe nur noch nicht so richtig meinen Weg. Aber das wird schon 🙂

    Schön, Dich gefunden zu haben, denn wir haben ja Einiges gemeinsam 😉

    Liebe Grüße
    Tine

    • Feli 2017 Mai 23 / 11:27

      Hallo liebe Tine,

      wie schön, dass du da bist! 🙂 Ich freu mich!!!! Manchmal ist es gar nicht wichtig zu wissen, WAS WIE kommt, sondern es genügt, der Richtung zu folgen und sich treiben zu lassen, mutig zu sein und seinem Gefühl zu vertrauen! Wir hatten ja schon über mein Coaching geschrieben, das ich bald wieder online stellen werde – und wenn es sich richtig für dich anfühlt, ist das vielleicht etwas für dich, und wenn nicht, dann wirst du deinen Weg ganz von allein gehen. :-*

      Alles Liebe,
      Feli

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